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Seit dem 01. Juli 2018 gibt es ein neues Reiserecht – das sollten Urlauber jetzt wissen

Das neue Reiserecht ist die Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie. Sie hat Vor- und Nachteile für den Reisenden. Auf ein paar wichtige Änderungen wollen wir Sie hiermit aufmerksam machen.

Ob die neuen Regeln greifen, hängt vom Tag der Buchung ab. Wer vor dem Stichtag 01.07.2018 gebucht hat, der muss noch die bisherigen Regelungen beachten.

„Das Hotel sah im Katalog doch so gut aus!“ Haben enttäuschte Urlauber schon oft gesagt, wenn sie vor Ort böse Überraschung erlebt haben.
Um eine Entschädigung für Reisemängel, z.B. dann, wenn das Hotel eine Baustelle oder das Essen ungenießbar war, fordern zu können, mussten frustrierte Urlauber bislang schnell handeln. Die Ansprüche mussten innerhalb von einem Monat nach der Rückkehr geltend gemacht werden. Jetzt hat der Urlauber dafür bis zu zwei Jahre Zeit!

Beachten Sie jedoch, dass je mehr Zeit vergeht, so wird im nachhinein der Nachweis von Mängeln schwieriger. Bestehende Mängel sollten daher unbedingt dokumentiert werden.

Auf Reisemängel, die behoben werden können, muss auch nach wie vor am Urlaubsort direkt hingewiesen und Abhilfe verlangt werden. Neu ist, dass Reisemängel auch beim Reisebüro, wo man die Reise gebucht hat, eingereicht werden können. Bislang konnte man sich nur an den Reiseveranstalter wenden.

Zwischen der gebuchten Reise und dem Urlaubsantritt liegt oft sehr viel Zeit.
Bislang konnten Urlauber bei einer Preissteigerung von 5 % vom Vertrag kostenfrei zurücktreten, ab Juli muss die Erhöhung dafür mehr als 8 % betragen.
Wer jetzt bei einem Reiseveranstalter nur ein Ferienhaus oder Wohnung bucht, genießt nicht mehr den Schutz des Pauschalreiserechts. Es gilt nun das „normale“ Mietrecht. Unter Umständen greift sogar ausländisches Recht ein, zum Beispiel wenn die Wohnung in Spanien liegt.

Es gibt eine neue Kategorie, die sogenannte verbundene Reiseleistung, dabei muss das Reisebüro dem Kunden mittels eines Formblattes darüber informieren, dass es sich nicht um eine Pauschalreise handelt und dass sich die daraus ergebenden Rechte nicht beansprucht werden können.

Wir wünschen unseren Lesern eine schöne Urlaubszeit!

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt