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Haftet die Unfallversicherung auch bei Homeoffice?

Homeoffice wird immer beliebter. Die Zahl der Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, steigt stetig. Nicht umsonst befasst sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BAMS) mit einem möglichen Gesetzesentwurf, der vorsieht, dass den Arbeitnehmern ein Recht auf Homeoffice eingeräumt wird.

Aber wie ist eigentlich die Versicherungslage beim Homeoffice? Haftet die Unfallversicherung beim Homeoffice bspw. wenn man sich auf dem Weg in einen anderen Raum oder in ein anderes Stockwerk verletzt, weil man Arbeitsutensilien holt oder haftet sie, wenn man auf die Toilette muss?

Mit all solchen Dingen hatte sich das Bundessozialgericht (BSG) in den letzten Jahren auseinander zu setzen. Für den Gang auf die Toilette beispielsweise gilt auf der Arbeit, dass sowohl der Gang zur als auch von der Toilette unfallversichert ist. Lediglich der Aufenthalt ist nicht mitversichert.

Anders ist die Rechtslage allerdings beim Homeoffice. Dort sind „Wege zu privat geprägten Tätigkeiten“ grundsätzlich nicht mitversichert. Der Arbeitnehmer hat, aufgrund des vertrauten Umfeldes, selbst dafür Sorge zu tragen, dass jedweder Weg während der Arbeit so gestaltet ist, dass auf diesem kein Verletzungsrisiko besteht.

Unabhängig davon muss der Arbeitnehmer beweisen können, ob die Verletzung auch einen Bezug zur Arbeit hatte. Wenn der Arbeitnehmer also z.B. in den Keller runtergeht um Arbeitsmittel zu holen, so greift die Unfallversicherung, geht er aber hinunter um die Wäsche aufzuhängen oder Ähnliches, greift sie nicht. Dies zu beweisen ist jedoch in der Regel sehr schwierig.

Damit dem Arbeitnehmer die Beweislast erleichtert wird, zieht das BSG zusätzliche Kriterien heran. Relevant ist vor allem der Zeitpunkt, an dem der Unfall passiert ist. Ist er zur gewöhnlichen Arbeitszeit passiert, spricht einiges für einen Haftungsfall.

Helfen bei der Darlegung des Beweises können Ihnen dabei fachkundige, juristisch geschulte Personen.

Ricardo Arentz
Rechtsanwalt