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Foulspiel beim Fußball – Bekomme ich Schmerzensgeld?

Der Ball rollt wieder! Die Winterpause in der Fußballbundesliga ist vorbei. Auch auf den Fußballplätzen in den Kreisligen geht es bald wieder um Punkte.

Doch wie ist es eigentlich, wenn ein Spieler gefoult wird und eine schwere Verletzung davonträgt. Kann man den Verantwortlichen für den entstandenen Schaden zur Rechenschaft ziehen?

Das Oberlandesgericht Hamm hat 2012 einem Fußballer ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 € zugesprochen, da dieser infolge eines Fouls so schwer am Knie verletzt worden war, dass dieser seinen Beruf als Maler und Lackierer auch nach mehr als 2 Jahren nicht mehr ausüben kann.

Doch dieses Urteil kann nicht als Grundsatzurteil angenommen werden. Zwar ist auch der Fußballplatz kein rechtsfreier Raum, dennoch gelten strenge Maßstäbe.

Der Bundesgerichtshof hat sich schon mit dieser Thematik befasst und den Fußball als sogenanntes Kampfspiel eingeordnet. Der Fußball hat ein gewisses kämpferisches Element inne, wenn es um die Eroberung des Balles geht. Verletzungen können dabei regelmäßig die Folge sein, urteilten die höchsten deutschen Zivilrichter.

Jedem Spieler ist sich dieser erhöhten Verletzungsgefahr bewusst. Deshalb kann bei einem regelgerechten Einsatz des Gegners kein Schadensersatz gefordert werden. Nur in den Fällen, in denen der Gegenspieler sich grob rücksichtslos und unfair verhält, ist ein Schadenersatzanspruch denkbar.

Dieses unsportliche Verhalten ist allerdings schwierig zu beweisen. Denn die Grenzen zwischen der nach der Sportart gebotenen Härte und der unzulässigen Unfairness sind im Einzelfall kaum sicher abzugrenzen. Daher fällt das Ergebnis leider meist zum Nachteil des Gefoulten aus.

Ricardo Arentz
Rechtsanwalt