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Es ist fünf vor 12! Nebenkostenabrechnungen müssen bis Silvester vorliegen!

Sofern Sie Vermieter sind und Sie mit dem Mieter eine monatliche Vorauszahlung von Nebenkosten vereinbart haben, muss dem Mieter die Abrechnung spätestens mit Ablauf des 12. Monats nach Ende des vereinbarten Abrechnungszeitraums zugestellt sein.

In der Regel wird in Mietverträgen das Kalenderjahr als Abrechnungszeitraum vereinbart. Möglich ist auch ein individueller Abrechnungszeitraum, beispielsweise vom 01. August eines Jahres bis zum 31. Juli des Folgejahres.

Nach Ablauf der Jahresfrist ist die Geltendmachung einer Nachforderung für den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, ihn trifft kein Verschulden an einer verspäteten Abrechnung. Dieses ergibt sich aus § 556 Abs. 3 Satz 3 BGB.

Nach Zugang der Abrechnung hat der Mieter wiederum 12 Monate Zeit, diese zu prüfen und ggf. Einwendungen zu erheben.

Sollte der Mieter den rechtzeitigen Erhalt der Nebenkostenabrechnung bezweifeln, so muss der Vermieter den Zugang nachweisen.

Es ist daher Ihre Aufgabe als Vermieter, Sorge für den fristgerechten Zugang zu treffen. Sollte die Abrechnung erst kurz vor dem 31.12. fertig sein, so können Sie als Vermieter das Abrechnungsschreiben dem Mieter in der Wohnung übergeben und sich den Eingang quittieren lassen oder einen Boten beauftragen. Der Bote kann dann als Zeuge für die rechtzeitige Zustellung fungieren.

Das Schreiben muss aber persönlich übergeben werden. Ein Einwurf in den Briefkasten am Silvesterabend reicht nicht aus.

Wenn die Nebenkostenabrechnung rechtzeitig vor Fristende fertiggestellt ist, sodass eine Zustellung durch die Post noch erfolgen kann, dann empfiehlt sich ein Einwurfeinschreiben, um den Zugang sicherzustellen. Die Aufgabe mittels eines einfachen Briefes genügt als Nachweis über den Zugang nicht.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

Alexander Kerstiens, LL.M.
Rechtsanwalt